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Buchkunst

Außer den oft nur unzureichend wahrgenommenen oder von öffentlichen Institutionen nicht systematisch gesammelten übersetzten Zeugnissen in Anthologien und Zeitschriften gehören Buchkunstausgaben von Anfang an zum Sammelgebiet des Lateinamerikaarchivs.

Auch wenn hier keine Vollständigkeit angestrebt wurde - und auch durch eine Vielzahl von Unikaten nicht realisiert werden könnte, hat die Sammlung von Buchkunstobjekten (im weitesten Sinne) einen erstaunlichen Umfang angenommen.

Nun gibt es keine allgemein verbindliche Aussage, was unter einer Buchkunstausgabe, einem Künstlerbuch oder einem Buchkunstobjekt zu verstehen ist. Die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen, die hier präsentiert wird, macht dies offensichtlich. Sie reichen vom illustrierten Buch mit Zeichnungen, Radierungen, Holz- und Linolschnitten, Lithografien, Siebdrucken, Filmschabekunst, bearbeiteten Fotografien, Malereien, typografisch gestalteten Texten, zu außergewöhnlichen Einbänden und Schubern, zu einer besonderen, den Text interpretierenden Buchgestaltung, der Verwendung von Leporellos, Collagen und anderes mehr. Dem Einsatz von außergewöhnlichen Materialien sind, besonders bei den Einbänden, keine Grenzen gesetzt.

Die „Entdeckung“ der Literatur aus Lateinamerika im deutschsprachigen Raum vor ca. 50 Jahren mit ihren neuartigen Formen und Inhalten hat viele Akteure im weiten Feld der Buchkunst inspiriert. 

Vor allem die übersetzte Lyrik – hier nimmt Pablo Neruda eine herausragende Stellung ein – ist breit vertreten. Prosatexte von Jorge Luis Borges bis Gabriel García Márquez, Essays und literarische Beschreibungen des Kontinents mit seiner Flora und Fauna waren ebenso anregende Texte für die Buchkunst wie das weite Feld der präkolumbianischen Märchen, Legenden und imaginären Wesen. 

Eine große Anzahl der hier präsentierten Objekte konnten dankenswerter Weise mit Hilfe der Kunst- und Museumsbibliothek Köln vom 11. Mai bis zum 7. Juli 2024 in deren Räumen im Gebäude des Museums Ludwig ausgestellt werden.